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DSL klar im Vorteil gegen Glasfaser

Das Internet kommt in Deutschland größtenteils über DSL oder Kabel zu Ihnen nach Hause. Doch die Bedeutung von Glasfaserkabeln nimmt zu. Aber wenn Sie Glasfaser in Ihrer Wohnung haben, verpassen Sie einen ernsthaften DSL-Vorteil.

Mit einem von der Telekom umfunktionierten DSL-Anschluss haben Sie im Laufe der Jahre die Wahl zwischen vielen verschiedenen Anbietern. Sie alle können Kabel von der Telekom kaufen und unter ihrem eigenen Namen weiterverkaufen. Sie können blanke Kupferleitungen mieten und ihren eigenen DSL-Anschluss herstellen oder einen „schlüsselfertigen“ DSL-Anschluss von der Telekom kaufen und mit ihrem Namen und Preisschild versehen.

So oder so: Als ehemaliger Monopolist, der das Kupferleitungsnetz der Deutschen Bundespost übernommen hat, wird die Telekom über DSL reguliert, Glasfaseranschlüsse sind anders. Beginnend mit 1und1 gibt es hier nur wenige Wochen Spielzeit. Davor waren Telekommunikations-Glasfaserleitungen eine monopolisierte Infrastruktur. Das wollen wir, und es ist mittlerweile bekannt: Das bleibt so.

Die zuständige Bundesnetzagentur hat nun ihren Vorschlag zur künftigen Regulierung des Festnetzes der Telekom bei der Europäischen Kommission eingereicht. Hier sind keine Glasfaseranschlüsse vorgesehen.

ZUGANG ZU TELEKOM-LEERROHREN KOMMT

Wir setzen uns stets für Glasfaserausbau, fairen Wettbewerb sowie stabile und transparente Rahmenbedingungen ein“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Sein Fokus liegt aber nicht auf dem An- und Weiterverkauf von Telekommunikationsleitungen. Wettbewerb sieht er vor allem beim Ausbau in Aspekten der Luftverkehrskontrolle. „Der Zugang zu leeren Leitungen ist ein effektives Werkzeug, um die Glasfaserausdehnung zu beschleunigen. Es fördert auch den Wettbewerb“, sagte Müller. Der Glasfaserausbau setzt Bürger und Kommunen unter Druck, wenn Gehwege und Straßen immer wieder aufgerissen werden. „Der Zugang zum Luftverkehr schützt die ohnehin knappen und teuren Tiefbaukapazitäten. Es ist sinnvoll, sie an anderer Stelle einzusetzen. „Die Telekom als marktbeherrschendes Unternehmen soll nach den Empfehlungen der Bundesnetzagentur freie und ungenutzte Kapazitäten in ihren Pipelines anderen Netzbetreibern zugänglich machen. Dafür kann sie eine „angemessene Gebühr“ verlangen, die Wettbewerber schnell und effizient in diese Rohre einführen können. Allerdings dürften diese Diskussionen über Entschädigungen noch etwas dauern: Sie selbst hat einen Termin für Ende 2023 festgelegt.

ZUGANG ZUR GLASFASER BLEIBT SCHWIERIG

Die Bundesnetzagentur hält nach eigener Aussage an ihrer eingeschlagenen Linie zur Flexibilisierung von Glasfasernetzen fest. Das heißt im Klartext: Konkurrenz wie DSL wird es kurzfristig nicht geben und kleinere Anbieter werden entstehen.

„Der Ende 2031 abgeschlossene sogenannte Zusagevertrag hat auch nach eingehender Prüfung die sogenannte Reproduzierbarkeitsprüfung bestanden“, teilte die Bundesnetzagentur mit. Bisher hat die Telekom diese mit 1&1, Vodafone und O2 geschlossen. Allerdings bietet bisher nur 1&1 noch Produkte auf der Glasfaser-Infrastruktur der Telekom an.

Dieses Vertragsmodell ist nicht überall anerkannt. Laut Branchenverband Breko sollte sich die Bundesnetzagentur nicht zu sehr auf das Modell verlassen. Sowohl der Verband als auch die Monopolkommission haben starke Bedenken geäußert, dass dieses Modell zu einer Verschiebung der Marktmacht der Telekom von Kupfer auf Glasfaser führen könnte. Dieser Wettbewerbsschaden wird den Übergang von Kupfer zu Glasfaser verlangsamen.

Auch der VATM hat Bedenken. Die Behandlung dieser unterzeichneten Volumenverträge muss überdacht werden. Sie sollten laut Verband künftig nie mehr als pauschale Begründung für eine „Lichtregulierung“ herangezogen werden. Für viele kleinere regionale Versorger ist der Abschluss solcher Großaufträge keine Option, insbesondere für Versorger gewerblicher Kunden, die im VATM organisiert sind und die Wirtschaft individuell bedienen.

Die Bundesnetzagentur will nun die Zugangspreise für bisherige Kupferleitungen langfristig regulieren. Sie hatte dies vor einiger Zeit zur Stellungnahme vorgeschlagen. Nach Aufarbeitung der teils sehr umstrittenen Forderungen hält die Bundesnetzagentur weitgehend an ihrem ersten Entwurf vom vergangenen Oktober fest.